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MAREK WALCZAK

  • Autorenbild: Alexander  Kästel
    Alexander Kästel
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

und die stille Gewalt unter der Oberfläche

Abstrakte Kunst mit dunklem, unscharfem Hintergrund. Weiß-graue, verschmierte Textur dominiert das Bild, erzeugt mystische Stimmung.
HELDENSCHMIEDE

Über die Vernissage und aktuelle Ausstellung im GUCKKASTEN

Der Raum war zu klein für das, was dort stattfand.

Nicht physisch, sondern emotional. Der Kunstraum GUCKKASTEN im Mannheimer L14 Quadrat war bis auf den letzten Platz gefüllt. Menschen saßen und standen dicht an dicht, kaum noch Platz für mich und meine Kamera. Selbst vor dem Schaufenster auf dem Gehweg – interessierte Gäste. Mittendrin: Marek Walczak. Freundlich, offen, beinahe beiläufig mit allen im Kontakt. Gleichzeitig, diese fokussierte Schärfe. Ein Mensch, der laut lacht und im nächsten Moment vollständig verschwinden kann in Konzentration, nicht aber, ohne uns mitzunehmen.

 

Genau diese Spannung tragen seine Arbeiten. Zwischen Druck, Linie und Widerstand

 

Marek arbeitet sichtbar aus dem Widerstand heraus.

Radierung ist bei ihm kein nostalgisches Medium, sondern ein Werkzeug der Reibung.

 

Seine Arbeiten zeigen: klassische Radiertechniken – roh belassen, Überlagerungen durch zeichnerische Eingriffe, harte Kontraste zwischen Fläche und Linie, eine fast körperliche Bearbeitung der Bildträger, ungeahnte Tiefen – raffinierte Schattierungen in der Radierung.

 

Das Entscheidende aber: Er lässt oft Spuren stehen. Kratzer, Brüche, Unsauberkeiten. Nichts wird „glattgezogen“. Seine Stärke liegt genau darin – im „Nicht-Versöhnen“. Die Bilder bleiben offen, verletzlich, unbequem und ungeschönt.

 

Körper als Ort der Fixierung

Eines meiner persönlichen Highlights: das gezeigte großformatige Werk im Mittelpunkt der Vernissage. Heldenschmiede

Marek in blauer Weste erklärt Kunstwerke an der Wand in Galerie. Eine Hand zeigt auf das Bild Heldenschmiede, ruhig und konzentriert, gedämpfte Beleuchtung.

 

Es zieht mich sofort hinein und stößt mich gleichzeitig ab. Lässt mich vage schweben zwischen intensivem Hinsehen-Müssen und kaum Ertragen-Können. Ein menschlicher Körper, reduziert, fast ausgelöscht in Teilen. Kein Gesicht, keine Identität – nur Form und angespannte Körperhaltung.

 

Und diese Haltung ist der Schlüssel:

Der Körper liegt.

Nicht ruhend, nicht gebettet.

 

Er scheint auf einer Struktur zu liegen, die nicht trägt, sondern festhält. Etwas Technisches. Etwas, das für Kontrolle gebaut wurde.

Die Riemen an der Konstruktion sind funktional. Sie sichern, sie verhindern Bewegung. Sie machen aus einem Körper ein Objekt.

 

Darin liegt die Kraft des Bildes. Denn es nutzt diese visuelle Nähe nur, um sie zu brechen.

Kein Opfermythos.

Keine Erlösung.

Keine Transzendenz.

 

Stattdessen:

Ein Körper in einem Zustand totaler Verfügbarkeit.

Die horizontale Ausrichtung verstärkt das drastisch:

Es geht nicht um Aufrichtung oder Fall,

sondern um Auslieferung.


Fast klinisch.

Fast militärisch.

Fast wie ein Protokoll.

 

Man konnte es im Raum spüren:

Seine Arbeiten funktionieren nicht rein über Gefallen. Sie ziehen an, weil sie etwas auslösen, das sich nicht sofort benennen lässt. Ein leichtes Unbehagen. Ein Innehalten. Ein längerer Blick als geplant. Eine Tiefe, die die zweidimensionale Oberfläche aufreißt und Schichten preisgibt.

 

Genau das hat die Vernissage getragen.

Kein lauter Effekt.

Keine plakative Provokation.

 

Sondern eine stille, präzise gesetzte Intensität.

Eine Intimität.

 

 

Marek Walczak

Kontrolle und Kontrollverlust

 

Was bleibt, ist ein Widerspruch:

Ein Künstler, der fokussiert, präzise –

und Werke schafft, die sich jeder endgültigen Kontrolle entziehen.

 

Seine Arbeiten wirken wie:

Fragmente eines Systems

Spuren von Eingriffen

visuelle Protokolle von Zuständen,

die man nicht ganz (be)greifen kann.

 

Nicht das Bild erklärt sich.

Sondern die Betrachtenden beginnen, sich zu erklären.

 

Persönliche Notiz

Vor wenigen Tagen wurde Marek Walczak (u.a.) als neues Mitglied in den Künstlerbund Rhein-Neckar e.V. aufgenommen.

Als Mitglied des Vorstands, dazu meine ehrliche Gratulation. Nicht als Geste, sondern als Konsequenz. Es unterstreicht für mich genau das, was in seinen Arbeiten längst sichtbar ist – und in seiner Art als Mensch und Künstler:

 

Klarheit und die Fähigkeit auszuhalten, was andere lieber glätten würden.

Zur Webseite von Marek Walczak: https://marek.art Zur Webseite des Kunstraums Guckkasten: https://guckkasten.art




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Eine Aufnahme einer Blume von hinten und unten. Sie ist Rosa und hat einen grünen Stiel – der Hintergrund ist diffus nebelig in der selben Farbe der Blütenblätter.

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