
AUSTELLUNG | Große Werkschau des Künstlerbundes Rhein-Neckar e.V. PANTA RHEI im Xylon Museum Schwetzingen und zur OFF FOTO 2026 in der 68 Gallery Mannheim
68 GALLERY MANNHEIM
RESONANZ UND RUPTUR | OFF FOTO 26
26. September bis 18. Oktober 2026
Vier künstlerische Positionen widmen sich den Spuren des Wandels – in Natur, Gesellschaft und individueller Wahrnehmung. Zwischen Vergänglichkeit und Transformation, Verletzlichkeit und Widerstandskraft erkunden sie, wie Zeit, Erinnerung und Erfahrung unser Verständnis von Gegenwart prägen.
Mit fotografischen, skulpturalen und multimedialen Ansätzen entstehen poetische Bildräume, die Unsicherheit, Verlust und Veränderung sichtbar machen, zugleich aber auch Momente von Resonanz, Aufmerksamkeit und neuer Verbundenheit eröffnen.
Teilnehmende Künstler*innen:
Alexander Kästel Katja Assfalg
Torsten Redler Inessa Siebert
68 GALLERY
26. September bis 18. Oktober 2026
Alexander Kästels Beitrag zum OFF FOTO Zwischenfestival 2026 in der 68 Gallery in Mannheim.

Die Arbeit untersucht eine Welt im Zustand permanenter Veränderung.
Schwarz-Weiß-Fotografien und eine Wandskulptur aus gebranntem Holz und Blattgold verdichten Prozesse von Erosion, Verschiebung und Verlust zu einer poetischen Bildsprache. Die goldene Bruchstelle der Skulptur erscheint wie eine offene Wunde und verweist auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Zwischen Bewegung und Stillstand entsteht eine stille, aber eindringliche Auseinandersetzung mit den Folgen des Anthropozäns.
In der fotografischen Arbeit PANTA RHEI untersucht Alexander Kästel das Spannungsverhältnis zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen gewachsener Struktur und gesetzter Ordnung. Dunkle, geometrisch gefasste Bildflächen treffen auf fein verzweigte, beinahe organische Strukturen. Kühle Schwarz-Weiß-Grautöne kontrastieren mit warmen Akzenten. Das Werk erscheint zugleich konstruiert und gewachsen, kontrolliert und in stetiger Veränderung begriffen.
Der Titel verweist auf den antiken Gedanken, dass alles fließt und nichts unverändert bleibt. Der Wandel ist dabei nicht unmittelbar sichtbar, sondern den Strukturen selbst eingeschrieben. Verflechtungen, Ablagerungen und geometrische Begrenzungen begegnen einander, als ließe sich das Fließende ordnen, festhalten oder dauerhaft fixieren.
Die Arbeit eröffnet eine faszinierende Perspektive zwischen Makroskopie und Mikroskopie. Was wie eine Landschaft aus großer Höhe oder eine kosmische Struktur erscheint, könnte ebenso eine durch das Mikroskop betrachtete Welt sein. Die Maßstäbe verschwimmen, das Große und das Kleine werden ununterscheidbar. Der Mensch steht irgendwo dazwischen, als Teil einer Wirklichkeit, deren Dimensionen seine Vorstellungskraft übersteigen.
Auch das Werk selbst bleibt in Bewegung. Je nach Tageszeit, Lichteinfall und Beleuchtung verändert sich seine Wirkung. Das Gold der verwundeten Wandskulptur tritt zurück oder entfaltet eine intensive Strahlkraft. Tageslicht und Galerielicht lassen Strukturen hervortreten, verschieben Kontraste und verändern die Wahrnehmung. So vollzieht sich eine stille Bewegung, die sich Stunde für Stunde neu zeigt.
PANTA RHEI wurde 2025 im Rahmen der Ausstellung Natur unter Druck des Künstlerbundes Rhein-Neckar im Xylon Museum sowie 2026 beim OFF FOTO Zwischenfestival in der 68 Gallery gezeigt.
Als Teil der Werkserie HOMO steht die Arbeit im Zusammenhang mit weiteren Werken über den Menschen, seine Lebensbedingungen und seine Stellung innerhalb komplexer Strukturen. Das Fließen wird zum Sinnbild einer Welt, in der nichts für sich allein existiert. Der Mensch ist weder bloßer Beobachter noch Mittelpunkt, sondern Teil ihrer Strukturen, ihrer Verletzlichkeit und ihrer Veränderung. Wir betrachten die Welt, ohne jemals vollständig außerhalb von ihr zu stehen.
XYLON MUSEUM SCHWETZINGEN
PANTA RHEI | NATUR UNTER DRUCK
SA 28. Juni 17 Uhr bis 2. August 2025
Die Ausstellung widmet sich einem Thema, das uns alle betrifft: dem zunehmenden Druck, unter dem unsere natürliche Mitwelt steht – ökologisch, politisch, gesellschaftlich.
Mit zwei unikaten Schwarz-Weiß-Fotografien und einer skulpturalen Wandinstallation aus gebrannten Holz beteiligt sich der Fotograf und Künstler Alexander Kästel an der Großen Werkschau des Künstlerbundes Rhein-Neckar e.V. „Natur unter Druck“ im XYLON Museum Schwetzingen.
Teilnehmende Künstler*innen:
Oliver Mezger Cornel v. Molitor Mitsuko Hoshino Gerhard Kilger Hermann Herold Gisela Hachmann-Ruch Elke Weickelt Peer Gessing Manfred Forschner Karlheinz Treiber Michael Utz Mario Urlaß Andrzej Urbanski Jessen Oestergaard Alexander Kästel Stanford Fata Doris Erbacher Harald Priem Clapeko Sonja Scherer Siegfried Reissing Ulrike Thiele Werner Degreif Loraine Heil Wolf Münninghoff Karin Schmiedebach Monika Klein Günther Wilhelm Ekkehard Vree Chrisy Grambitter Fritz Stier Tom Feritsch Ralf Moser Hannah Moser Ellis Neu Gerd Lind Walter Ludwig Ebert

XYLON MUSEUM
AUG 2025
Alexander Kästels Beitrag zur Großen Werkschau „Natur unter Druck“ im XYLON Museum Schwetzingen

Unter dem Titel PANTA RHEI präsentiert der Fotograf und Künstler Alexander Kästel zwei Schwarz-Weiß-Fotografien als Unikate sowie eine skulpturale Wandinstallation, die in ihrer Kombination eine dichte, visuell wie materiell aufgeladene Intervention innerhalb der Ausstellung „Natur unter Druck“ des Künstlerbundes Rhein-Neckar e.V. darstellt.
Die fotografischen Arbeiten bewegen sich an der Schwelle zwischen Sichtbarkeit und Abstraktion. In PANTA RHEI wird das Medium der Fotografie radikal auf seine Textur und Materialität zurückgeworfen: Es erscheinen keine lesbaren Landschaften, keine narrative Struktur – stattdessen Strömungsfelder, energetische Muster, Topografien, die sich der eindeutigen Interpretation entziehen. Bewegung ist spürbar, aber nicht lokalisiert. Das Fließende wird nicht als Metapher, sondern als Zustand erfahrbar.
PANTA RHEI I & II, aus einer Serie von 15 individuellen Aufnahmen, evoziert Prozesse aus der Natur – Wasser, Gestein, organische Verwerfungen – und bleibt dabei formal autonom. Diese Unbestimmtheit verweist auf das zentrale Thema der Ausstellung: die Fragilität und Überformung von Natur unter dem Druck struktureller, gesellschaftlicher und medialer Einflüsse im Anthropozän.
Den fotografischen Arbeiten ist eine skulpturale Erweiterung zur Seite gestellt: eine vertikal ausgerichtete Holzinstallation. Die Skulptur aus zwei Teilen ist 1,80 m hoch, 75 mm Kantenlänge, ist aus massivem Holz gefertigt, gebrannt und trägt in Höhe von PANTA RHEI II ein präzises herausgearbeitetes Fragment. Die "Bruchstellen" sind mit 24 Karat Blattgold ausgekleidet.
Diese Intervention wird zum interpretativen Gegengewicht zur Fotografie: Das Gold steht für den Raubbau an der Natur, für Extraktion, Ausbeutung, für das Streben nach Kontrolle und Wertschöpfung. Die streng geometrische, gebrannte Form wirkt wie ein Bollwerk – statisch, wehrhaft, zugleich von einer klaffenden Wunde gezeichnet, strukturell verwundet und von nur wenigen Millimetern Stahl getragen. Das Gold glänzt in dieser Öffnung nicht als Zierde, sondern als Chiffre für Dekadenz und Hybris: der Versuch, sich die Welt anzueignen – durch Geld, durch Macht, durch Formgebung.
Zwischen der fotografischen Oberfläche und der materiellen Skulptur entsteht ein kraftvolles Spannungsverhältnis: Bewegung trifft auf Gewicht, das Unfassbare auf das Konstruierte. Die visuelle Korrespondenz zwischen dem Schwarz der Fotografie und dem Schwarz des Holzes vertieft diese Verbindung – optisch wie inhaltlich. Kästel verhandelt mit PANTA RHEI nicht nur Natur, sondern auch deren Wahrnehmung und Aneignung unter Druck – ein Werk über das Unsichtbare, das Verlorene, eine Katastrophe im Stillstand und über das, was bleibt.
ERÖFFNUNG VOM 28. JUNI 2025
VERNISSAGE XYLON MUSEUM SCHWETZINGEN
„NATUR UNTER DRUCK“ – Künstlerbund Rhein-Neckar e.V.
Am Samstag 28. Juni 2025 wurde im Xylon Museum Schwetzingen die Ausstellung Natur unter Druck feierlich eröffnet – mit Eröffnungsreden und Beiträgen von Jessen Oestergaard (Künstler und Vorstandsmitglied des Künstlerbundes), Oberbürgermeister Matthias Steffan und Dr. Kristina Hoge, der Kuratorin der Ausstellung, unter der Schirmherrschaft von Landrat Stefan Dallinger.
Trotz der drückenden Hitze war die Eröffnung außerordentlich gut besucht - Oberbürgermeister Steffan griff die steigenden Temperaturen in seiner Rede auf und schlug den Bogen zum Titel der Ausstellung: Nicht nur die Natur, auch wir selbst geraten zunehmend unter Druck. Ob wir das wahrhaben wollen oder nicht.
Das Museum, in den historischen Mauern der kurfürstlichen Anlage direkt gegenüber der Orangerie, bot den eindrucksvollen Rahmen für eine vielfältige Werkschau zeitgenössischer Positionen zum Verhältnis von Mensch, Natur und Druck.
Fast schon dystopisch Alexander Kästels Beitrag:
„PANTA RHEI“ zeigt zwei großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien in Kombination mit einer minimalistischen, teils vergoldeten Holzskulptur. In ihrer stillen Dringlichkeit wirken die Arbeiten wie seismografische Aufzeichnungen eines inneren und äußeren Drucks – als würde das Sichtbare in sich zusammenfallen und in seiner Oberfläche seine Wunden zeigen.
Ein Werk, das nicht illustriert, sondern erinnert: an das, was fließt, was bricht, was bleibt.

























































































