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PROJEKTE | WASTE | NATUR UNTER DRUCK | SCHNITT-STELLE | DÆ/MOKRATIA | NOT ENOUGH | STAND DER DINGE | LEBENSZEICHEN | ES LIEGT EIN SCHATZ IN DEN MENSCHEN | ES GIBT WUNDER

PROJEKTE

A GOOD POET USES THE PEN AS A TOOL FOR HIS MIND
A GOOD PHOTOGRAPHER USES THE CAMERA AS THE EYE OF HIS HEART

Judith Urmes

Aktuelle und vergangene Projekte. Ausstellungen, Veröffentlichungen, neue Arbeiten.

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WASTE - WE LEAVE BEHIND 2025

Projektart

Fotografie - Installation

Datum

Dezember 2025

Standort

Rosengarten Mannheim

WASTE - WE LEAVE BEHIND entfaltet eine Kontemplation, die nicht beruhigt, sondern erschüttert. Sie führt weder zu Erlösung, noch zu einer Auflösung, sondern fordert zu einem stillen, präzisen Nachdenken über Verantwortung und über das Vermächtnis, das bleibt. Schönheit und Klarheit verschmelzen zu einer ästhetischen Mahnung, die das Bewusstsein schärft und die Betrachter*in in einen Zustand reflektierter Acht- und Wirksamkeit versetzt, in dem das Auge ebenso wach wird wie der Geist.

Die schwebende Plastiktüte ruft unverkennbar Assoziationen an William Anders’ ikonisches „Earthrise“ hervor, in dem die Erde über der Schwärze und Kälte des Alls aufgeht. Doch während Anders Hoffnung sichtbar machte, konfrontiert Kästel mit einer dystopischen Dringlichkeit, die makellos inszeniert wirkt und dadurch umso wirkmächtiger erfahrbar wird. WASTE wird zu einer Zumutung: Das Werk tröstet nicht, es bietet keine einfache Hoffnung, sondern erzeugt eine Erfahrung, die nachhallt, lange über den Moment des Betrachtens hinaus wirkt und den Raum der Wahrnehmung in einen Ort der Verantwortung verwandelt. Sehen wird zu einem bewussten Innehalten, zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und seinen Folgen, und die stille, doch unübersehbare Präsenz menschlicher Spuren im Zeitalter des Menschen wird sinnlich wie dringlich erfahrbar.

Kästel nähert die Betrachtenden seinen Arbeiten auf eine fast körperliche Weise. Man tritt an das Großformat heran, spürt die Präsenz unmittelbar, so nah, dass es fast ein Wunder ist, dass das Acrylglas makellos und unberührt bleibt. Die kleine Arbeit „Earthrise“ von Anders hingegen, in Höhe und Winkel eher einem Touchscreen als einem klassischen Bild vergleichbar, trägt Spuren der Berührung – Fingerabdrücke, die die Nähe der Betrachtenden sichtbar machen. Wer sich dieser Arbeit nähert, verharrt, verbeugt sich – nicht vor der Installation, nicht vor Kästel selbst, sondern vor der Erde. Diese körperliche Annäherung ist typisch für die Ausstellungen der letzten Jahre: Sehen, Raum und körperliche Erfahrung verschmelzen zu einem Ganzen, das gleichzeitig sinnlich und kognitiv erfahrbar ist. Kästel will nicht bloß zeigen; er will bewegen, aufrütteln, zur Bewegung auffordern. Eine gewollte Konfrontation, eine Fast-Kollision mit den Werken, in der körperliche Präsenz und Denken untrennbar zusammenfallen und die Betrachtenden in eine unmittelbare, fast rituelle Begegnung mit der eigenen Verantwortung führen.

WASTE ist die Plastifizierung unseres Planeten.
WASTE ist ein Ist-Zustand und Mahnung gleichzeitig.
WASTE ist melancholisch und romantisch.

Eine besondere Erfahrung liegt in der Diskrepanz selbst: Die Plastiktüte, scheinbar banal, nahezu wertlos, wird in einem luxuriösen Artbox-Rahmen aus weißem Aluminium präsentiert, unter Acryl, belichtet auf kostbarem Schwarzweiß-Fotopapier, hergestellt von Hand in einem Speziallabor, angeboten als Unikat. So viel Aufwand, so viel Präzision, eine Materialschlacht, die den Wert des abgebildeten Objekts um ein Millionenfaches übersteigt – und doch bleibt es eine Plastiktüte, deren materieller Preis gegen Null tendiert.

Gerade diese Spannung berührt tief, weil sie die Betrachter*innen zwingt, die eigenen Maßstäbe in Frage zu stellen. Warum ist es moralisch, ästhetisch und künstlerisch bedeutend, einer Sache so viel Gewicht zu verleihen, deren Wert im Alltag als unbedeutend gilt? Die Antwort liegt in der Metaebene: Die Tüte wird zu einem Symbol, zu einem Spiegel, in dem sich die menschliche Verantwortung spiegelt. Ihr ökologischer Preis – unschätzbar hoch, vielleicht existenziell bedrohlich – kontrastiert mit ihrem rein materiellen Wert und erzeugt genau in diesem Widerspruch eine Wirkung, die stärker kaum sein könnte.

Philosophisch betrachtet ist es ein Akt der Provokation, der die Selbstverständlichkeit des Alltäglichen infrage stellt. Moralisch erinnert er an die Verantwortung, die wir für unsere Spuren tragen, und künstlerisch wird daraus ein Moment der Reflexion, der ästhetisch wie intellektuell wirkt. Die Plastiktüte wird zum Monument des Banalen, das gerade durch die Inszenierung zum Unverzichtbaren, zum Sichtbaren, zum Bedrängenden wird.

Dass viele dies als „mutig“ empfinden, ist kein Zufall: Mut liegt darin, das Winzige so groß zu zeigen, das Unsichtbare sichtbar zu machen, den eigenen Blick zu öffnen, ohne eine klare Lösung anzubieten. Die Leere, das Schwarz, der Raum, der Aufwand, die Materialien – sie stehen nicht für Verschwendung, sondern für Bewusstsein. Die Kunst lädt ein, diese Diskrepanz auszuhalten, sie sinnlich und intellektuell zu erfahren, und dabei die eigene Verantwortung zu erkennen. In diesem Spannungsfeld von Wert und Bedeutung, von Schönheit und Bedrohung, von Nähe und Distanz, entsteht eine kontemplative Erfahrung, die nachhallt, lange nachdem der Blick sich von der scheinbar banalen Tüte gelöst hat.

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Alexander Kästel selbst mit blauen Haaren.

Foto: Stefan Hillebrand

freier Künstler | Fotograf

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Alexander Kästel

Freier Künstler| Fotograf

L14,4-5
68161 Mannheim

TELEFONZEITEN MO - FR

15-17UHR

UNSOCIALMEDIA

Vielen Dank!

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Weiße Wellen
Papier Zusammenfassung

Alexander Kästel arbeite u.a. mit FUJIFILM GFX100II, Hasselblad X2D und Canon R5 und Infrarotkameras, er ist CPS Platinmitglied, sowie im Vorstand des Künstlerbund Rhein-Neckar e.V.

Das Hasselblad Logo
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Das Canon Logo
Das CPS Logo

/////////// Alexander Kästel

Seine Pronomen: er/ihn

His pronouns: he/him



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