
EINBLICKE | AUSBLICKE | offene und bereits abgeschlossene, unveröffentlichte Arbeiten, Konzepte

ATELIER & IDEENFABRIK
KUNST IST NIE FERTIG, NUR VERLASSEN
Leonardo Da Vinci
Das Atelier von Alexander Kästel ist mehr als ein bloßer Arbeitsplatz – es ist ein Ort des Denkens, der Konzeption und der visuellen Reflexion. Hier entstehen Fragmente, konzeptuelle Skizzen und vollendete fotografische Arbeiten.
Viele dieser Ideen entwickeln sich weiter und finden ihren Ausdruck in aktuellen Werkserien oder zukünftigen Ausstellungen. Manches jedoch genügt sich selbst im reinen Gedanken – als stille Geste der Erkenntnis.
KONZEPTARBEIT
WASTE WE LEAVE BEHIND
Eine fotografische Serie über das Vermächtnis unserer Zeit
„WASTE“ – so der Titel einer neunteiligen Werkserie – thematisiert die Spuren, die der Mensch im Anthropozän hinterlässt. Kästel zeigt Schwarzweißabzüge im Großformat (120 × 90 cm), belichtet auf Fotopapier, kaschiert hinter Acrylglas, aufgezogen auf AluDibond. Die Präsentation – gerahmt, mit Schattenfuge, schwebend installiert – unterstreicht die visuelle Strenge und inhaltliche Dringlichkeit der Serie.
MÜLL DEN WIR HINTERLASSEN
Der Titel WASTE WE LEAVE BEHIND verweist auf die systemische Gewalt gegen die planetare Integrität. Das Motiv, welches hier als weißes Objekt auf tiefschwarzem Grund erscheint, ist mehr als ein Symbol – er ist ein Störsignal.
Die schwebende Plastiktüte evoziert Assoziationen zum ikonischen Bild „Earthrise“ von William Anders: die Erde, aufgehend über der Schwärze des Alls. Doch wo Anders Hoffnung sichtbar machte, konfrontiert Kästel mit der ästhetischen Brisanz einer Zerstörung, die makellos inszeniert erscheint.



MAI 2024
WASTERISE IX
WASTE ist als fotografischer Bestandteil für eine Raumübergreifende Installation konzipiert.
AUFLAGE: Unikat
SERIE: 9, Signiert, Echtheitszertifikat
PREIS: ab 2500,- Euro



EINE STUDIE 2024
MUTTERLAND
Im Sommer 2024 arbeitete Alexander Kästel vier weitere Wochen vor Ort an der Weiterentwicklung von Mutterland.
Die Arbeit ist in ihrer technischen Strenge ebenso kühl wie verspielt. Sie wirkt nicht klagend, sondern mahnend. Die Konzeption nähert sich nun ihrem Abschluss – ein fertiges Werk wird für Ende 2025 erwartet.


2025
PANTA RHEI XV
PANTA RHEI
Auf Ilford S/W-Papier entwickelt, auf 3 mm AluDibond gezogen und unter 2 mm AcrylGlas, matt. Schattenfugenrahmen aus Aluminium, schwarz.
Motivmaße: 80 cm x 60 cm
Außenmaße: 87,4 cm x 67,4 cm
AUFLAGE: Unikat
SERIE: 15, Signiert, Echtheitszertifikat
PREIS: Auf Anfrage



VERNISSAGE XYLON MUSEUM
SA 28. Juni 2025
Alexander Kästels Beitrag zur Großen Werkschau „Natur unter Druck“ im XYLON Museum Schwetzingen
Unter dem Titel PANTA RHEI präsentiert der Fotograf und Künstler Alexander Kästel zwei Schwarz-Weiß-Fotografien als Unikate sowie eine skulpturale Wandinstallation, die in ihrer Kombination eine dichte, visuell wie materiell aufgeladene Intervention innerhalb der Ausstellung „Natur unter Druck“ des Künstlerbundes Rhein-Neckar e.V. darstellt.
Die fotografischen Arbeiten bewegen sich an der Schwelle zwischen Sichtbarkeit und Abstraktion. In PANTA RHEI wird das Medium der Fotografie radikal auf seine Textur und Materialität zurückgeworfen: Es erscheinen keine lesbaren Landschaften, keine narrative Struktur – stattdessen Strömungsfelder, energetische Muster, Topografien, die sich der eindeutigen Interpretation entziehen. Bewegung ist spürbar, aber nicht lokalisiert. Das Fließende wird nicht als Metapher, sondern als Zustand erfahrbar.
PANTA RHEI I & II, aus einer Serie von 15 individuellen Aufnahmen, evoziert Prozesse aus der Natur – Wasser, Gestein, organische Verwerfungen – und bleibt dabei formal autonom. Diese Unbestimmtheit verweist auf das zentrale Thema der Ausstellung: die Fragilität und Überformung von Natur unter dem Druck struktureller, gesellschaftlicher und medialer Einflüsse im Anthropozän.
Den fotografischen Arbeiten ist eine skulpturale Erweiterung zur Seite gestellt: eine vertikal ausgerichtete Holzinstallation. Die Skulptur aus zwei Teilen ist 1,80 m hoch, 75 mm Kantenlänge, ist aus massivem Holz gefertigt, gebrannt und trägt in Höhe von PANTA RHEI II ein präzises herausgearbeitetes Fragment. Die "Bruchstellen" sind mit 24 Karat Blattgold ausgekleidet.
Diese Intervention wird zum interpretativen Gegengewicht zur Fotografie: Das Gold steht für den Raubbau an der Natur, für Extraktion, Ausbeutung, für das Streben nach Kontrolle und Wertschöpfung. Die streng geometrische, gebrannte Form wirkt wie ein Bollwerk – statisch, wehrhaft, zugleich von einer klaffenden Wunde gezeichnet, strukturell verwundet und von nur wenigen Millimetern Stahl getragen. Das Gold glänzt in dieser Öffnung nicht als Zierde, sondern als Chiffre für Dekadenz und Hybris: der Versuch, sich die Welt anzueignen – durch Geld, durch Macht, durch Formgebung.
Zwischen der fotografischen Oberfläche und der materiellen Skulptur entsteht ein kraftvolles Spannungsverhältnis: Bewegung trifft auf Gewicht, das Unfassbare auf das Konstruierte. Die visuelle Korrespondenz zwischen dem Schwarz der Fotografie und dem Schwarz des Holzes vertieft diese Verbindung – optisch wie inhaltlich. Kästel verhandelt mit PANTA RHEI nicht nur Natur, sondern auch deren Wahrnehmung und Aneignung unter Druck – ein Werk über das Unsichtbare, das Verlorene, eine Katastrophe im Stillstand und über das, was bleibt.


SECHS CUTS
DÆ/MOKRATIA
Aus der Arbeit Mutterland. Nicht mehr erhältlich. Eine der 6 Arbeiten ist als Leihgabe bei dem Künstler Fritz Stier.


VORSCHAU
DIE ZWEI MÄCHTIGSTEN KRIEGER SIND GEDULD UND ZEIT
Leo Tolstoi
Eine begleitende Videoarbeit ist in Planung. Erste choreografische Umsetzungen wurden uraufgeführt. Für das Jahr 2025 sind weitere Infrarotaufnahmen sowie neue Serien im Mittelformat vorgesehen. Kästels fotografische Praxis bleibt in Bewegung – forschend, tastend, konfrontierend. Seine Arbeiten sind Einladungen zum genauen Hinsehen – auf das Sichtbare wie das Verborgene.



























