
EINBLICKE | AUSBLICKE | offene und bereits abgeschlossene, unveröffentlichte Arbeiten, Konzepte

ATELIER & IDEENFABRIK
KUNST IST NIE FERTIG, NUR VERLASSEN
Leonardo Da Vinci
Das Atelier von Alexander Kästel ist ein Ort des Denkens, Zweifelns und Entdeckens. Hier begegnen sich fotografische Beobachtung, persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Fragestellungen. Bilder werden betrachtet, verworfen, neu zusammengesetzt und in Zusammenhänge gebracht, die während ihrer Entstehung noch nicht absehbar waren.
Nicht jede Arbeit beginnt mit einem Konzept. Manchmal steht am Anfang ein Augenblick, eine Irritation oder eine Faszination, deren Bedeutung sich erst später erschließt.
Im Atelier werden aus diesen Begegnungen künstlerische Positionen. Fotografien entwickeln sich zu Werkserien, einzelne Gedanken zu raumgreifenden Installationen und persönliche Erfahrungen zu Fragen, die weit über das eigene Leben hinausreichen.
Dabei ist nicht jede Idee dazu bestimmt, verwirklicht zu werden. Manche bleiben Skizze, Fragment oder offener Gedanke. Andere wachsen über Jahre, verändern ihre Gestalt und finden schließlich ihren Weg in die Öffentlichkeit.
Was sie verbindet, ist die Bereitschaft, das Vertraute immer wieder neu zu befragen.
2025
WASTE WE LEAVE BEHIND
Eine fotografische Serie über das Vermächtnis unserer Zeit
WASTE WE LEAVE BEHIND ist eine neunteilige fotografische Werkserie, die sich mit den Spuren menschlicher Existenz im Anthropozän auseinandersetzt.
In großformatigen Schwarzweißfotografien (120 × 90 cm) verwandelt Alexander Kästel scheinbar alltägliche Hinterlassenschaften unserer Konsumgesellschaft in Bilder von irritierender Schönheit.
Die strenge Bildsprache, die Reduktion auf Schwarz und Weiß und die nahezu skulpturale Präsenz der Objekte entziehen ihnen ihren ursprünglichen Zusammenhang.
Was zurückbleibt, ist eine verstörende Ambivalenz: Die Ästhetik der Darstellung steht im Widerspruch zur ökologischen und gesellschaftlichen Realität des Dargestellten.
MÜLL DEN WIR HINTERLASSEN
Zwischen ästhetischer Faszination und ökologischer Verantwortung
Eine schwebende Plastiktüte vor tiefschwarzem Hintergrund erinnert an die berühmte Aufnahme „Earthrise“ von William Anders aus dem Jahr 1968: die Erde, aufgehoben über der Dunkelheit des Alls.
Doch während „Earthrise“ zum Sinnbild der Verletzlichkeit unseres Planeten wurde, richtet Kästel den Blick auf das, was der Mensch auf ihm zurücklässt.
Das scheinbar schwerelose Objekt wird zum Zeichen einer Zivilisation, deren Fortschritt untrennbar mit Verbrauch, Verschwendung und Zerstörung verbunden ist.
WASTE WE LEAVE BEHIND verweigert sich dabei einer einfachen moralischen Botschaft. Die Serie konfrontiert uns mit einem Widerspruch, dem wir uns kaum entziehen können: Wir erkennen Schönheit in Bildern dessen, was unsere Lebensgrundlagen bedroht.



2025
WASTERISE IX
WASTE ist als fotografischer Bestandteil für eine Raumübergreifende Installation konzipiert.
AUFLAGE: Unikat
SERIE: 9, Signiert, Echtheitszertifikat
PREIS: ab 2500,- Euro



2023 bis 2026
MUTTERLAND
EIN WERK IST VOLLENDET
Nach vier Jahren intensiver künstlerischer Auseinandersetzung mit Dresden, seiner Geschichte und der eigenen Herkunft hat Alexander Kästel im Mai 2026 sein fotografisches Projekt MUTTERLAND abgeschlossen.
Die Arbeit bewegt sich zwischen persönlicher Erinnerung, gesellschaftlicher Verantwortung und deutscher Geschichte. In ihrer technischen Strenge ebenso kühl wie verspielt, bleibt sie unbequem, ohne anzuklagen. Sie hinterfragt, erinnert und mahnt.
2027 wird MUTTERLAND erstmals als abgeschlossenes Werk in einer Ausstellung präsentiert.


2025 - 2026
PANTA RHEI XV
PANTA RHEI
Auf Ilford S/W-Papier entwickelt, auf 3 mm AluDibond gezogen und unter 2 mm AcrylGlas, matt. Schattenfugenrahmen aus Aluminium, schwarz.
Motivmaße: 80 cm x 60 cm
Außenmaße: 87,4 cm x 67,4 cm
AUFLAGE: Unikat
SERIE: 15, Signiert, Echtheitszertifikat
PREIS: Auf Anfrage



VERNISSAGE XYLON MUSEUM
SA 28. Juni 2025
Alexander Kästels Beitrag zur Großen Werkschau „Natur unter Druck“ im XYLON Museum Schwetzingen
Unter dem Titel PANTA RHEI präsentiert der Fotograf und Künstler Alexander Kästel zwei Schwarz-Weiß-Fotografien als Unikate sowie eine skulpturale Wandinstallation, die in ihrer Kombination eine dichte, visuell wie materiell aufgeladene Intervention innerhalb der Ausstellung „Natur unter Druck“ des Künstlerbundes Rhein-Neckar e.V. darstellt.
Die fotografischen Arbeiten bewegen sich an der Schwelle zwischen Sichtbarkeit und Abstraktion. In PANTA RHEI wird das Medium der Fotografie radikal auf seine Textur und Materialität zurückgeworfen: Es erscheinen keine lesbaren Landschaften, keine narrative Struktur – stattdessen Strömungsfelder, energetische Muster, Topografien, die sich der eindeutigen Interpretation entziehen. Bewegung ist spürbar, aber nicht lokalisiert. Das Fließende wird nicht als Metapher, sondern als Zustand erfahrbar.
PANTA RHEI I & II, aus einer Serie von 15 individuellen Aufnahmen, evoziert Prozesse aus der Natur – Wasser, Gestein, organische Verwerfungen – und bleibt dabei formal autonom. Diese Unbestimmtheit verweist auf das zentrale Thema der Ausstellung: die Fragilität und Überformung von Natur unter dem Druck struktureller, gesellschaftlicher und medialer Einflüsse im Anthropozän.
Den fotografischen Arbeiten ist eine skulpturale Erweiterung zur Seite gestellt: eine vertikal ausgerichtete Holzinstallation. Die Skulptur aus zwei Teilen ist 1,80 m hoch, 75 mm Kantenlänge, ist aus massivem Holz gefertigt, gebrannt und trägt in Höhe von PANTA RHEI II ein präzises herausgearbeitetes Fragment. Die "Bruchstellen" sind mit 24 Karat Blattgold ausgekleidet.
Diese Intervention wird zum interpretativen Gegengewicht zur Fotografie: Das Gold steht für den Raubbau an der Natur, für Extraktion, Ausbeutung, für das Streben nach Kontrolle und Wertschöpfung. Die streng geometrische, gebrannte Form wirkt wie ein Bollwerk – statisch, wehrhaft, zugleich von einer klaffenden Wunde gezeichnet, strukturell verwundet und von nur wenigen Millimetern Stahl getragen. Das Gold glänzt in dieser Öffnung nicht als Zierde, sondern als Chiffre für Dekadenz und Hybris: der Versuch, sich die Welt anzueignen – durch Geld, durch Macht, durch Formgebung.
Zwischen der fotografischen Oberfläche und der materiellen Skulptur entsteht ein kraftvolles Spannungsverhältnis: Bewegung trifft auf Gewicht, das Unfassbare auf das Konstruierte. Die visuelle Korrespondenz zwischen dem Schwarz der Fotografie und dem Schwarz des Holzes vertieft diese Verbindung – optisch wie inhaltlich. Kästel verhandelt mit PANTA RHEI nicht nur Natur, sondern auch deren Wahrnehmung und Aneignung unter Druck – ein Werk über das Unsichtbare, das Verlorene, eine Katastrophe im Stillstand und über das, was bleibt.


SIX CUTS
DÆ/MOKRATIA
Aus der Arbeit Mutterland. Nicht mehr erhältlich. Eine der 6 Arbeiten ist als Leihgabe bei dem Künstler Fritz Stier.


VORSCHAU
DIE ZWEI MÄCHTIGSTEN KRIEGER SIND GEDULD UND ZEIT
Leo Tolstoi
Eine begleitende Videoarbeit ist in Planung. Erste choreografische Umsetzungen wurden uraufgeführt. Für das Jahr 2026 sind weitere Infrarotaufnahmen sowie neue Serien im Mittelformat vorgesehen. Kästels fotografische Praxis bleibt in Bewegung – forschend, tastend, konfrontierend. Seine Arbeiten sind Einladungen zum genauen Hinsehen – auf das Sichtbare wie das Verborgene.



























