AINO - SACRED GEOMETRICS
- Alexander Kästel

- vor 2 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
Die WKP Stiftung lud ein.
Der Raum öffnet sich und verändert sich von bloßem Raum zu Form, Licht und Schatten.

AINO bewegt sich darin präzise und zurückgenommen.
Die Sanftmut einer Löwin und Achtsamkeit einer Kriegerin stehen nicht im Gegensatz, sondern nebeneinander. Wie zwei Bewegungen, die sich nicht ausschließen, sondern ergänzen.
In ihren Arbeiten zeigt sich dieselbe Tiefe.
Wachs, in geometrische Formen gebracht, wirkt geschlossen und durchlässig zugleich. Das Licht bleibt nicht auf der Oberfläche, es dringt ein, wird gehalten, gebrochen und wieder abgegeben.
Grau verschiebt sich.
Weiß verliert sich im Spektrum.
Schwarz ist nicht der Abschluss von Etwas,
sondern wird zum Übergang.
Farben entstehen nicht als Setzung,
sondern als Reaktion.
Blau, Grün, Rot – abhängig vom Licht,
vom Raum, vom Blick.
Die Arbeiten reagieren.
Still, aber konsequent.
Es sind keine Objekte, die sich erklären.
Es sind Zustände, die sich verändern.
Diese Beweglichkeit setzt sich im Verhältnis zur Künstlerin fort. Werk und Person stehen nicht getrennt nebeneinander. Sie folgen derselben inneren Logik.
Die Formen aus Wachs tragen etwas Widersprüchliches in sich. Sie wirken wie Schutz und Verletzlichkeit zugleich. Wie Schilde, die nicht für den Angriff gedacht sind, sondern für das sanfte Aushalten.
Ihre Fragilität ist Teil ihrer Aussage.
Nicht als Schwäche, sondern als bewusste Setzung.
Eröffnet wurde der Abend von Ella Kehrer und Stefan Loebner.
Dr. Thilo Winterberg fand eine klare, ruhige Annäherung an das, was sich nicht sofort erschließt.
Am Rand - zwei Momente:
Eine zufällige Begegnung im Zug von Paris nach Mannheim. Drei Stunden über Kunst, Recht und Pablo Picasso. AINO zieht sich als Bezugslinie durch dieses Gespräch mit Dr. Thilo Winterberg. Wofür ich sehr dankbar war und bin.
Und: Eine falsche Zuordnung im Raum.
Eine runde Wandarbeit, die nicht von ihr ist und gerade deshalb auffällt. Benannte ich mit als eine derer Arbeiten, die mir genau deswegen besonders aufgefallen ist.
Meine Wahrnehmung arbeitet stark selektiv.
Sie sucht nicht nach Richtigkeit, sondern nach Relevanz und Auffälligkeit. Ich hätte wissen müssen, dass AINOS Arbeiten oftmals genau dies nicht tun.
Der kurze Moment meiner Unsicherheit löst sich auf. Nicht durch Korrektur, sondern durch ehrliche Annahme. Das beschreibt im Kern, was AINO für mich ausmacht. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Mai 2026 im BETRIEBSWERK in Heidelberg zu sehen. Der Raum lässt den Arbeiten Zeit und lässt ihnen ihre Zurückhaltung. Betriebswerk Am Bahnbetriebswerk 5 69115 Heidelberg Mo-Fr 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

Es gibt diesen einen Moment, in dem sich alles verdichtet. Nicht laut, nicht dramatisch – eher wie ein Atemzug, den man fast verpasst.
Auf der Fotografie steht AINO mit dem Rücken zu uns.
Nicht abgewandt – eher gesammelt.
Als würde sie sich selbst zuhören.
Das Licht fällt von links, tastet sich vorsichtig über ihre Schulter, verfängt sich in den Haaren, die zu einem losen Knoten gebunden sind. Es ist kein heroisches Licht. Kein inszeniertes. Es ist ein warmes Licht. Eines, das nicht enthüllt, sondern andeutet.
Neben ihr: zwei ihrer Arbeiten.
Wachs. Geometrie. Form gewordene Stille.
Und genau hier passierte das, was ich meine, wenn ich sage, dass AINO manchmal wirkt wie ihre eigenen Werke und ihre Werke wie sie selbst.
Sie steht nicht einfach neben ihnen.
Sie steht in derselben Sprache.
Das Wachs – halb lichtdurchlässig, halb verschlossen – nimmt das Licht auf und gibt es gebrochen zurück. Ihre Silhouette tut dasselbe. Beide existieren zwischen Präsenz und Entzug.
Man sieht keine Geste.
Keine Pose.
Keine Inszenierung.
Und doch ist alles da.
Diese stille Spannung
zwischen Härte und Fragilität,
zwischen Kontrolle und Hingabe,
zwischen dem, was sichtbar ist
und dem, was sich entzieht.
Es ist, als hätte sich ihre Arbeit für einen Moment vom Sockel gelöst und wäre einen Schritt weitergegangen. Oder umgekehrt: als wäre sie selbst für einen Moment zur Form geworden.
Ich habe sie nicht „beobachtet“.
Ich habe sie gesehen.
Und wie bei ihren Arbeiten gilt auch hier:
Man sieht nie alles.
Man sieht immer nur so viel, wie man bereit ist zu sehen.
Das Licht kommt aus dem Off.
Der Raum bleibt dunkel.
Und irgendwo dazwischen entsteht etwas Drittes.
Es ist genau das, was ich festhalten wollte:
diesen Zustand, in dem Mensch und Werk nicht mehr klar zu trennen sind.
Ein Übergang.
Ein leiser Dreiklang.
Die Löwin.
Die Kriegerin.
Und das, was bleibt, wenn beides zur Ruhe kommt.
Aus Licht und Schatten geboren.
IN EIGENER SACHE:
DEIN SUPPORT HILFT DEINE SPENDE WIRKT!

Kunst braucht Unterstützung Wenn du meine Arbeit schätzt und es dir möglich ist, kannst du mich mit einer kleinen Spende unterstützen. Damit hilfst du mir, die laufenden Kosten und das kreative Risiko als freischaffender Künstler etwas abzufedern – und trägst dazu bei, dass ich weiterhin mit offenem Blick und künstlerischer Haltung auf unsere Welt schauen und davon erzählen kann. JETZT SPENDEN vielen lieben Dank Dankeschön: Alle Unterstützer*innen, die 30 Euro oder mehr geben, erhalten meine limitierte Jahresgabe – liebevoll verpackt per Post oder persönlich von mir überreicht. Und wenn du magst, nenne ich dich gern als Supporter*in auf meiner Website – als Teil jener, die Kunst möglich machen.
Du kannst mich auch anders unterstützen: MIT EINER GOOGLE BEWERTUNG UM GESEHEN ZU WERDEN: LASS BITTE EINE BEWERTUNG DA GOOGLE BEWERTUNGEN 17
REZENSIONEN 13
5,0 * * * * * bei 17 Bewertungen
Ausgewählte Arbeiten





































































































































































































































































































Kommentare