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AD INFINITUM (Bis ins Unendliche)

  • Autorenbild: Alexander  Kästel
    Alexander Kästel
  • 7. Aug. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Alle die fortgehen

Durch die Glastür aufs Rollfeld

Durch die Bahnhofssperre

Die sich umdrehen, winken

Deren Blicke zu Boden sinken

Deren Gestalten

Langsam undeutlich werden


Alle sind du.


Du stehst bei mir

Wendest dich ab

Gehst fort

Wirst kleiner und kleiner


Seit wann


Seit dein Tod mir am Halse hing

Mir die Kehle zudrückte

Stehst Du immer wieder bei mir

Wendest dich ab

Gehst fort


Den Bahnsteig entlang

Rollfeldüber

Wirst kleiner und kleiner


Stehst da

Wendest dich ab

Gehst -

- Marie Luise Kaschnitz -


Strommasten auf einem Feld in schwarz-weiß.

Anmerkung: Angst zu sterben und Angst zu leben hielten sich die Waage noch immer. Natur trug unbekümmert ihr altes Gewand, herzzerreißende Schönheit. Das Leben war noch immer ein Geheimnis. Der Tod ein andres. (M.L.Kaschnitz)


AD INFINITUM (Bis ins Unendliche)

- Marie Luise Kaschnitz -

Rezitation: Imogen Kogge




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