1. MAI 2026
- Alexander Kästel

- vor 6 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Mannheim
Der 1. Mai in Mannheim. Ein Tag, der jedes Jahr demonstrativ wiederkehrt und doch nie ganz derselbe ist. Eine neue Route, ein anderer Platz, politische Forderungen, vertraute Gesichter, Gespräche am Rand der Demonstration. Ich habe mich gefreut, so viele Menschen wiederzusehen. Aus der Gesellschaft, aus politischen Zusammenhängen, Freund*innen und Menschen, die immer wieder meinen Weg kreuzen und begleiten.

Die Route durch die Neckarstadt hatte einen Grund. Ein Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitenden der Eichbaum Brauerei. Diese Verschiebung hatte Gewicht, sie war mehr als nur eine organisatorische Änderung. Sie hat gezeigt, dass konkrete Kämpfe vor Ort sichtbar gemacht werden können, wenn man es will.
Gleichzeitig empfand ich die Demonstration politischer als sonst. Deutlicher, zugespitzter, vielleicht auch angespannter. Und dennoch bleibt bei mir ein Gefühl, das sich jedes Jahr mehr und mehr einschleicht: Ich höre viele der gleichen Parolen, lese die gleichen Forderungen auf den Transparenten und Plakaten, ohne wirkliche Ergebnisse daraus festmachen zu können. Ich frage mich, ob wir uns im Kreis bewegen. Ob wir es schaffen, über das Wiederholen hinauszugehen und wirklich an einem gemeinsamen Grundthema zu arbeiten. An dem, was oft in großen Worten gefasst wird: Gerechtigkeit für alle.

Es war wie immer ein breites Spektrum an Organisationen vertreten. Initiativen, Gruppen, Gewerkschaften, politische Strömungen. Ein Abbild dessen, was möglich wäre. Unter dem Jahr fehlt mir diese Solidarität. Zu oft bleiben wir in unseren eigenen Kontexten, in unseren eigenen Sprachen, in unseren eigenen Bubbles. Dabei bräuchte es genau das Gegenteil, mehr Verbindung, mehr Austausch, mehr echte Solidarität über die eigenen Grenzen hinweg. Auch wenn es mal unbequem wird oder es nicht nur um einen selbst oder die unmittelbar Nächsten geht.

Vielleicht ist der 1. Mai deswegen trotzdem wichtig. Weil er zeigt, was da ist - und gleichzeitig, was fehlt.
Unsere Fragen werden nicht kleiner.
Im Gegenteil.
Modelle wie eine Maschinensteuer und ein Grundeinkommen sind längst keine theoretischen Gedankenspiele mehr, sondern notwendige Diskussionsräume, die geöffnet werden und geführt werden müssen. Es geht darum, Grundlagen zu schaffen – für kommende Generationen – nicht nur für die Gegenwart. Es geht darum, Strukturen zu schaffen und zu bewahren, die tragen, und gleichzeitig Privilegien zu hinterfragen, die nie hinterfragt wurden, weil sie für viel zu viele selbstverständlich waren. Trotz des Wissens, dass diese Ressourcen an anderen Stellen der Gesellschaft schmerzlich fehlen.

Wenn wir weiterdenken,
und da müssen wir nicht allzu weit in die Zukunft denken.
Künstliche Intelligenz beginnt jetzt schon, mit dem gesamten Wissen der Menschheit Kapital zu generieren, ohne die gesamte Menschheit daran zu beteiligen. Es stellt sich zwangsläufig die Frage nach Verteilung neu. Wem gehört dieses Wissen? Wem gehört der daraus entstehende Wert? Und wie kann eine Gesellschaft darauf antworten, ohne die alten Ungleichheiten einfach in eine neue Zeit zu übertragen?
Gerechtigkeit für alle!
Das ist kein Slogan.
Es ist ein Anspruch,
der Arbeit bedeutet.
Gemeinsame Arbeit.

Am Ende bleibt eine einfache, aber unbequeme Wahrheit:
Es liegt an uns, wie wir diese Gesellschaft gestalten. Und wem wir sie überlassen.
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