MONNEM PRIDE 2025 ✊🏽🏳️⚧️🏳️🌈 TEIL II
- Alexander Kästel

- 14. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Juli
Zusammen eins – intersektional. antifaschistisch. queer.
Alle Fotos vom Fest auf dem Alten Messplatz, der Neckarwiese und von der Bühne. 243 Aufnahmen von Alexander Kästel
Am Samstag, den 12. Juli 2025, wurde der Alte Messplatz zum pulsierenden Herz der queeren Community Mannheims und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar – mit der Monnem Pride, die lauter, politischer und solidarischer nicht hätte sein können. Unter dem Motto „Zusammen eins – intersektional. antifaschistisch. queer.“ versammelten sich Künstler*innen, Aktivist*innen, Allies und Freund*innen, um Sichtbarkeit zu schaffen – und ein unübersehbares Zeichen gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung zu setzen.

Die Bühne gehörte der Community:
laut, stolz und empowernd:
Gazelle – nicht nur Moderatorin, sondern queere Aktivistin mit scharfem Humor, empowernden Worten und politischem Drive, bekannt für klare antifaschistische Haltung auf SocialMedia und Bühne.
Gialu & Aufmischen – ein Duo, das queere Lebensrealitäten mit Rap und Beats vereint. Gialu ist non-binär, Aktivistin und verknüpft Kunst mit Communityarbeit.
Satarii & Azlay – queere Performerinnen und Rap Artists mit migrantischen Perspektiven. Ihre Texte sind intersektional, empowernd und voller Widerstand.
JNNRHNDRXX – Rapperin, DJ und Performerin – Teil der Ballroom Culture in Deutschland. Setzt sich offen für trans Schwarze Sichtbarkeit ein.
Flamyngus – Künstler und Drag Performer. Flamyngus bringt queere Performance-Kunst auf die Bühne, die konfrontiert, hinterfragt und glänzt.
Kerosin95 – queerer Musiker und Aktivist. Kerosin steht für politische Statements, arbeitet interdisziplinär zwischen Rap, Performance und Aktivismus.
Willman – queerer Rap und Spoken Word Artist, explizit gegen Queerfeindlichkeit und Rassismus.
Grace The Floor – eine Ballroom-Crew aus Mannheim. In der Tradition der Ballroom Culture schafft Grace the Floor geschützte Räume für Trans*-Menschen und BIPoC, wo sie feiern, sich zeigen und empowern können. Ballroom war und ist Widerstand – und Grace The Floor lebt ihn tanzend. PS: Ganz liebe Grüße an:

Politische Stimmen, die bewegen:
Ein starker Moment war die Rede von Thorsten Riehle, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur der Stadt Mannheim. Er machte deutlich, als Vertreter der Stadt Mannheim, dass queere Sichtbarkeit ein großes Thema der gesamten Stadtgesellschaft ist und sein muss. Klaus Schirdewahn, Gründungsmitglied des Queeren Zentrums Mannheim, blickte zurück auf Jahrzehnte queeren Aktivismus und erinnerte eindringlich daran, dass unsere heutigen Räume hart erkämpft wurden – und stets verteidigt werden müssen.

Auch P.L.U.S. e.V. Mannheim war mit einem beeindruckenden Redebeitrag und voller Bühne vertreten – mit einem klaren Fokus: Queere Geflüchtete durch Schutz, Beratung, sichere Räume und Empowerment unterstützen. Gerade im Spannungsfeld von Diskriminierung, Rassismus und Unsicherheit durch Abschiebung bietet P.L.U.S. eine der wenigen spezifischen Anlaufstellen in der Region. Und auf der Neckarwiese?
Steppe, Sonne, Bass, Bass, Bass! Während auf dem Alten Messplatz geredet, gerappt und gefeiert wurde, verwandelte sich die bereits verdorrte Neckarwiese in eine glühende Tanzfläche. Der DJ Hub war trotz Hitze ein queer-vibrierender Hotspot – dort heizten Shayma AlQueer, Miss Onyx und Gianni die Stimmung ordentlich auf.



Femme-Power, queere Beats, Ballroom-Vibes – und ganz viel tanzende, lachende, queere Menschen, die sich Schatten, Wasser und Liebe teilten. Das Awareness-Team war durchgängig sichtbar und sorgte mit ruhiger Präsenz für Sicherheit, Gesprächsangebote und Wohlfühlatmosphäre. Highlights in Sachen Inklusion und Barrierefreiheit: In diesem Jahr war die Rollibühne erstmals spürbar belebt – ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig sichtbare und bewusste Teilhabeangebote sind. Während in den vergangenen Jahren viele von der Möglichkeit nichts wussten, zeigte sich nun: Wo ein Angebot ist, entsteht auch Nachfrage. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen konnten von dort aus das Programm gut sehen, hören und in Gemeinschaft genießen. Eine kleine Maßnahme – mit großer Wirkung.

Ein weiteres starkes Zeichen der gelebten Inklusion: Zwei Dolmetscher*innen übersetzten das gesamte Bühnenprogramm in Deutsche Gebärdensprache. Sichtbar, engagiert und wertschätzend gegenüber einer Community, die oft übersehen wird. Viele nichthörende und schwerhörige Besucher*innen waren anwesend – und konnten so aktiv am Geschehen teilhaben. Das ist echte Barrierefreiheit: Wenn niemand außen vor bleibt.

Gelebte Demokratie – Sichtbar sein, Stimme erheben: Rund um das Monnem Pride Fest war eines besonders spürbar: Demokratie lebt – und sie lebt von Beteiligung. Inmitten von Musik, Performances und politischen Reden luden zahlreiche Infostände dazu ein, nicht nur zuzuhören, sondern mitzudenken, mitzufühlen und sich einzumischen. Es ging nicht nur um Sichtbarkeit – es ging um Haltung. Um ein „Wir“, das klar und solidarisch ist.
Was sich hier zeigte, war keine Nische – sondern eine vielfältige, bunte und wache Mehrheitsgesellschaft. Eine Gesellschaft, die Haltung bezieht gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechte Hetze. Eine Gesellschaft, die sich für Menschenrechte stark macht – lokal, national und global. Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe kamen miteinander ins Gespräch, stellten Fragen, diskutierten, hörten zu, und wurden so selbst Teil eines gelebten, offenen, demokratischen Raumes.
Die Infostände waren dabei mehr als nur Informationspunkte – sie waren Begegnungsorte. Sie machten deutlich: Queer-sein, solidarisch-sein, antifaschistisch-sein sind keine Gegensätze zur Gesellschaft, sondern ihr lebendiges Herz. Zwischen regenbogenfarbenen Flyern, kaltem Wasser und warmen Gesprächen entstand ein Raum, in dem Utopien greifbar wurden. Ein Raum, in dem politische Bildung nicht belehrt, sondern verbindet.

Hier zeigte sich eindrücklich: Demokratie braucht nicht nur Parlamente – sie braucht Plätze. Und dieser Platz, dieser Tag, war ein starkes Zeichen für das, was möglich ist, wenn viele zusammenkommen und füreinander einstehen.
Dank an all die Möglichmacher*innen:
Ein herzlicher Dank geht an alle Sponsor*innen, die dieses Event unterstützt haben – darunter Galeria, SAP, MVV, Pflege im Quadrat, GBC, Tellus Academy, Hays, BKK Pfalz, Wall, QZM, moxy hotels sowie die Stadt Mannheim, die die Monnem Pride fördert. Eure Unterstützung hilft, Räume zu schaffen – für Freiheit, Vielfalt und queeres Leben.
Und an all jene, die dieses Fest mit so viel Herzblut und Engagement ehrenamtlich möglich gemacht haben – in ihrer Freizeit, mit ihrer Kraft, mit ihrer Überzeugung – geht ein Dank, der in Worten kaum zu fassen ist. Ihr habt Räume geschaffen, in denen sich Menschen gesehen, gehört und sicher fühlen konnten. Ihr habt Strukturen getragen, Verantwortung übernommen und Gemeinschaft ermöglicht.
Ich hoffe, dass ich mit meinen Bildern ein wenig von dem zurückgeben kann, was ihr geschaffen habt. Dass sie sichtbar machen, was oft im Hintergrund bleibt: die Wärme, die Kraft, die Haltung – und die Hoffnung auf eine gerechtere, liebevollere Welt.
Pride ist mehr als ein Termin im Kalender. Pride ist ein Teil meines Lebens, ein Teil meines politischen Herzens, ein Teil meines Kampfes für Sichtbarkeit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Meine Fotografie ist mein Beitrag dazu. Sie soll Mut machen, empowern, berühren. Danke fürs Lesen. Und nun: viel Freude an meinen Aufnahmen. Alexander Kästel
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