PANTA RHEI
Fotografie und Skulptur.
Über Schönheit, Gewalt und die Hybris des Menschen.
DAS WERK
PANTA RHEI ist eine fotografisch-skulpturale Installation des Künstlers Alexander Kästel. Sie verbindet zwei unikate Schwarz-Weiß-Fotografien aus einer Serie von 15 individuellen Aufnahmen mit einer zweiteiligen, 180 cm hohen Wandskulptur aus gebranntem Holz, deren Bruchflächen teilweise mit 24-karätigem Blattgold vergoldet sind.
Die Fotografien entziehen sich einer eindeutigen räumlichen Zuordnung. Ihre Strukturen erinnern an Wasserströmungen, geologische Verwerfungen oder mikroskopische Vorgänge. Was zunächst wie eine Aufnahme aus dem Innersten der Materie erscheint, könnte ebenso eine Landschaft aus großer Höhe sein.
Zwischen diesen Maßstäben bleibt der Mensch unsichtbar und ist doch allgegenwärtig.
Die Bilder eröffnen einen Raum zwischen Faszination und Erschrecken, zwischen der Schönheit natürlicher Prozesse und den Spuren ihrer Verletzung.
Die skulpturale Erweiterung führt diese Ambivalenz in die materielle Wirklichkeit zurück.
Das Holz war einst lebendige Materie. Nun ist es gebrannt, geformt, aufgebrochen und vergoldet. Seine Wunden werden nicht verborgen, sondern hervorgehoben. Das kostbare Gold erscheint zugleich als Zeichen von Wertschöpfung, Aneignung und menschlicher Hybris.
Es stellt sich die Frage, ob der Mensch tatsächlich heilt, was er selbst verletzt hat, oder ob er lediglich versucht, seine Eingriffe durch Wachstum und Kostbarkeit zu rechtfertigen.
Dabei verweigert sich die Skulptur einer ausschließlich passiven Rolle. Ihre aufrechte, geometrisch strenge Erscheinung setzt der fließenden Bewegung der Fotografien eine starre Ordnung entgegen. Zwischen beiden entsteht ein Spannungsverhältnis aus Bewegung und Stillstand, aus natürlicher Dynamik und dem menschlichen Versuch, ihr Grenzen zu setzen.
Fotografie und Skulptur bilden eine gemeinsame Komposition. Ihre Oberflächen treten miteinander in Beziehung, während das Gold je nach Lichteinfall zurücktritt oder aufleuchtet.
Die Installation verändert sich mit dem Raum, dem Standpunkt und dem Licht. Was eben noch verborgen war, wird sichtbar. Was deutlich erschien, entzieht sich erneut.
PANTA RHEI: Alles fließt.
Doch in dieser Arbeit ist Veränderung nicht allein ein Naturgesetz. Sie ist auch eine Frage menschlicher Verantwortung.
GEDANKEN DES KÜNSTLERS
Alexander Kästel über PANTA RHEI
„Was zeigen diese Fotografien?
Die Gewalt, die im Schönen liegt? Oder das Schöne in der Gewalt?
Mich fasziniert, wie sich unsere Welt zeigen kann. Gleichzeitig erschreckt mich, wie sie sich tatsächlich zeigt.
Und der Mensch mittendrin.
PANTA RHEI. Alles fließt.
Die beiden Fotografien zeigen eine Bewegung, die sich nicht aufhalten lässt. Die Natur ist in ständigem Wandel. Sie verändert sich, sie formt, sie zerstört und sie schafft Neues. Sie braucht uns dafür nicht.
Die Holzskulptur steht dieser Bewegung entgegen. Sie ist eine Barriere. Ein von Menschen geschaffener Versuch, aufzuhalten, was wir selbst in Gang gesetzt haben.
Wir benutzen die Natur, um die Folgen ihrer Zerstörung zu begrenzen. Wir verbauen, befestigen, regulieren und reparieren. Wir investieren ungeheure Summen in die Bewältigung von Schäden, während wir gleichzeitig weiter zerstören, verbrauchen und ausbeuten.
Darin liegt für mich die menschliche Hybris.
Das Gold macht den Bruch sichtbar. Es verleiht ihm einen kostbaren Glanz. Aber es heilt ihn nicht. Es kann nicht ungeschehen machen, was geschehen ist.
Die Skulptur ist bereits gebrochen.
Nicht zufällig. Die beiden Fotografien stehen ihr gegenüber wie eine unaufhaltsame Kraft. Der Druck der Natur hat die Barriere längst überwunden.
Für mich ist diese Skulptur auch ein Bild des Menschen.
Wir sind es, die dort stehen. Wir stemmen uns gegen Veränderungen, die wir selbst beschleunigt haben. Wir glauben, mit genügend Technik, Geld und Erfindungsreichtum jede Konsequenz beherrschen zu können.
Doch was, wenn wir uns irren? Was, wenn Anpassung irgendwann nicht mehr möglich ist? Wenn die Belastungsgrenzen nicht nur der Ökosysteme, sondern auch unserer Gesellschaften und unserer Körper überschritten werden?
Die Erde wird weiterbestehen. Die Natur wird sich verändern, Lebensräume zurückerobern und neue Formen finden. Mit uns oder ohne uns.
Ich empfinde diesen Gedanken nicht als tröstlich. Als Künstler möchte ich nicht beschwichtigen. Ich möchte zeigen, wohin unser Handeln führen kann. Ich möchte den Widerspruch sichtbar machen zwischen unserem Wissen um die Zerstörung und unserer Unfähigkeit, entschieden genug dagegen zu handeln.
Dabei stehe ich selbst nicht außerhalb dieses Widerspruchs. Ich nehme Holz, verbrenne es, breche es, vergolde es. Ich verwandle Verletzung in eine ästhetische Form. Auch ich greife ein. Auch ich mache mir die Natur zu eigen.
Ich ästhetisiere,
was ich zugleich hinterfrage.PANTA RHEI ist deshalb auch ein dunkler Spiegel. Einer, in dem ich mich selbst erkenne.
Ich glaube nicht, dass Kunst die Welt retten kann. Aber ich glaube, dass sie etwas in uns verändern kann. Vielleicht ist das meine Hoffnung.
Und vielleicht steht das Gold nicht nur für unsere Anmaßung, sondern auch für die Möglichkeit, den Bruch endlich zu erkennen.
Nicht als Heilung.
Nicht als Entschuldigung.
Sondern als Anfang einer Veränderung.
Vielleicht.“
AUSSTELLUNGSGESCHICHTE
2025 | XYLON Museum Schwetzingen
NATUR UNTER DRUCK
Große Werkschau des Künstlerbundes Rhein-Neckar e. V.
2026 | 68 Gallery Mannheim
RESONANZ UND RUPTUR
OFF//FOTO Zwischenfestival
Die angebotene Installation entspricht der in beiden Ausstellungen präsentierten Werkkomposition.
WERKANGABEN
Künstler: Alexander Kästel
Titel: PANTA RHEI
Entstehung: 2025
Gattung: Fotografisch-skulpturale Wandinstallation
Auflage: Unikat
Fotografien
Zwei unikate Schwarz-Weiß-Fotografien aus einer Serie von insgesamt 15 individuellen Aufnahmen. Bildnummern: 24050456 und 24050457
Fotografische Abzüge auf Ilford-Schwarzweißpapier, kaschiert auf 3 mm Alu-Dibond, hinter 2 mm Acrylglas, glänzend.
Schwarze Aluminium-ArtBox-Rahmung, 75 mm.
Motivformate (H × B):
- 80 × 60 cm I/XV
- 40 × 30 cm II/XV
Außenmaße gerahmt:
- 81,2 × 61,2 cm
- 41,2 × 31,2 cm
Skulptur
Zweiteilige Wandskulptur aus massivem, gebranntem Holz. Die Bruchflächen sind mit 24-karätigem Blattgold vergoldet.
Gesamtmaß: ca. 180 × 7,5 × 7,5 cm.
Lieferumfang
Zwei gerahmte fotografische Unikate und die dazugehörige zweiteilige Holzskulptur als vollständige, zusammengehörige Installation.
Signiert, mit Echtheitszertifikat.
Gesamtpreis: 4.500 Euro
Der Preis umfasst sämtliche Bestandteile der beschriebenen Installation.
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Artikelnummer: PANTA RHEI I & II
4.500,00 €Preis
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