KANTATE
Jahresgabe 24/25
Fotografie, Digitaldruck, signiert und nummeriert
Zwei aufragende Formen wachsen aus dem unteren Bildrand und öffnen sich zu kreisenden, vielfach überlagerten Strukturen. Linien wiederholen sich, verschieben sich gegeneinander, verdichten sich und lösen sich wieder auf. Ein intensives Blau trifft auf einen warmen, beinahe papierartigen Grund. Architektur ist noch zu erahnen und scheint sich gleichzeitig in Bewegung aufzulösen.
KANTATE basiert auf einer einzigen fotografischen Aufnahme. Die komplexe Überlagerung wurde nicht nachträglich aus mehreren Bildern zusammengesetzt. Sie ist bereits in der RAW-Datei vorhanden. Entwickelt wurden lediglich Farbtemperatur, Sättigung und Kontrast. Was wie Montage, Zeichnung oder digitale Konstruktion erscheinen kann, entstand im Moment der Aufnahme.
Gerade darin liegt ein wesentlicher Teil der Arbeit. KANTATE bewegt sich an der Grenze dessen, was eine Fotografie noch als sichtbare Wirklichkeit erkennen lässt. Wiederholungen, Verschiebungen und vermeintliche Fehler werden nicht korrigiert, sondern zum eigentlichen Bildmaterial. Die Kamera bildet nicht nur ab. Sie erzeugt durch den fotografischen Vorgang eine neue Wahrnehmung des Vorgefundenen.
Der Titel verweist auf die musikalische Form der Kantate. Auch das Bild entwickelt sich aus Wiederholung und Variation. Einzelne Linien treten hervor, verschwinden, kehren verändert zurück und verbinden sich zu einer visuellen Komposition. Die Fotografie scheint einen Rhythmus zu besitzen, der nicht erzählt, sondern sich Schicht für Schicht entfaltet.
Auf der Rückseite begegnet der Arbeit ein Text von Octavio Paz. Dessen Worte über Zeit, Nacht, Kunst, Liebe und Sterblichkeit öffnen einen weiteren Resonanzraum. Die Fotografie illustriert den Text nicht. Bild und Sprache stehen vielmehr nebeneinander und berühren sich in Fragen nach Wahrnehmung, Vergänglichkeit und dem Versuch, etwas Flüchtiges festzuhalten.
KANTATE ist zugleich eine Erweiterung der fotografischen Arbeit MUTTERLAND. Damit steht die Jahresgabe nicht isoliert, sondern führt eine künstlerische Auseinandersetzung in einem eigenständigen Format weiter.
Die sichtbaren Spuren des fotografischen Prozesses bleiben dabei ausdrücklich Bestandteil der Arbeit. Sie werden nicht als technische Unvollkommenheit verborgen, sondern als Ereignis angenommen. Aus Architektur werden Linien, aus Linien Bewegung und aus einem einzelnen fotografischen Moment eine beinahe malerische Fläche.
JAHRESGABE 24/25
KANTATE erschien als limitierte Jahresgabe in einer Auflage von 70 Exemplaren. Die Arbeit wurde auf Recyclingpapier gedruckt und mit abgerundeten Ecken ausgeführt. Jedes Exemplar ist rückseitig nummeriert und von Alexander Kästel handsigniert.
Digitaldruck
Hochformat: 15 × 21 cm
Recyclingpapier: 300 g
Ecken: abgerundet
Auflage: 70
Noch erhältlich: 5
Rückseitig handsigniert und nummeriert
Preis: 75 Euro
Hinweis zur Darstellung
Die Abbildungen zeigen Vorder- und Rückseite der Jahresgabe in einer fotografierten Präsentationssituation. Hintergrund, Holzboden, Spiegelungen und Lichtreflexe gehören nicht zum Werk. Maßgeblich ist ausschließlich das rechteckige Blatt mit seinen abgerundeten Ecken. Farben und Tonwerte können abhängig von Lichtverhältnissen, Umgebung und Displaydarstellung geringfügig vom Original abweichen.
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Artikelnummer: Jahresgabe2425
75,00 €Preis
Nur noch 5 verfügbar
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