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TRAUMLAND

  • Autorenbild: Alexander  Kästel
    Alexander Kästel
  • 9. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Dieser Weg war seltsam und verlassen,

nur von bösen Engeln heimgesucht,

wo ein Trugbild namens Nacht als König, stolz auf einem schwarzen Thron regiert.


Diesen Landstrich habe ich vor kurzem erst erreicht,

vom düsteren Thule her.

Eine wilde wundersame Gegend,

außerhalb der Macht von Raum und Zeit


Tiefe Täler, grenzenlose Fluten, Klüfte, Höhlen, ewig weite Wälder,

Formen, die sich nicht entdecken lassen,

weil die Tränen das Gesicht bedecken.

Berge stürzen immer wieder in die Meere ohne Küste.

Meere, die beständig wogen und zu Feuerhimmeln streben.

Grenzenlose Seen verbreiten leise unaufhaltsam stilles,

totes Wasser.

Wasser, das so einsam, still und kalt unterm Schnee der Wasserlilien liegt.


An den Seen, die ihre Wasserfluten ewig wachsen lassen,

still und tot.

Ihre Wellen liegen kalt und trostlos unterm Schnee der weißen Wasserlilien.

Bei den Bergen, gar nicht weit vom Fluss, dessen Fluten wie geknebelt murmeln.

Bei den grauen Wäldern und beim Sumpf,

darin Molch und Kröte Obdach finden.

Bei den trüben Seen und tiefen Löchern,

wo die Leichengeister gerne hausen.

Bei dem Ort der nur dem Unheil dient

und in jedem angstgefüllten Winkel,

da trifft nun der bleiche Reisende die verblassten Bilder der Vergangenheit.


Leichentuchverhüllte Formen seufzen,

als sie ihn mit ihrem Hauch berühren.

Weiße Formen, die vor langer Zeit und mit Schmerzen freigelassen wurden.

Für das Herz, das ohne Ende leidet

ist dies eine sanfte schöne Gegend.

Für den Geist, der stehts im Schatten geht,

ist es – oh – es ist ein goldenes Land.

Aber wer dies dunkle Land bereist, fürchtet sich es offen zu betrachten.

Und so werden seine vielen Rätseln niemals einem schwachen Menschenauge offenbart.

So sagt es der König, der verbot, dass die Wimpern von den Augen weichen.

Und so sieht die Seele, die vorübergeht

alles nur wie hinter Eisengittern.

Diesen Weg, so seltsam und verlassen,

nur von bösen Engeln heimgesucht,

wo ein Trugbild namens Nacht als König

stolz auf einem schwarzen Thron regiert,

bin ich aus dem dunklen Thule kommend

kürzlich voller Freude heimgewandert. - Edgar Allan Poe -

BILDNUMMER: B0001300


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Alexander Kästel selbst mit blauen Haaren.

Foto: Stefan Hillebrand

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Vielen Dank!

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Weiße Wellen
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Alexander Kästel arbeite u.a. mit FUJIFILM GFX100II, Hasselblad X2D und Canon R5 und Infrarotkameras, er ist CPS Platinmitglied, sowie im Vorstand des Künstlerbund Rhein-Neckar e.V.

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/////////// Alexander Kästel

Seine Pronomen: er/ihn

His pronouns: he/him



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