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REDE VOM GEDICHT

  • Autorenbild: Alexander  Kästel
    Alexander Kästel
  • 17. Aug. 2020
  • 1 Min. Lesezeit

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo die Schönheit gepflegt wird.

Hier ist die Rede vom Salz, das brennt in den Wunden.

Hier ist die Rede vom Tod, von vergifteten Sprachen.

Von Vaterländern, die eisernen Schuhen gleichen.

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo die Wahrheit verziert wird.


Hier ist die Rede vom Blut, das fließt aus den Wunden.

Vom Elend, vom Elend, vom Elend des Traums.

Von Verwüstung und Auswurf, von klapprigen Utopien.

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo der Schmerz verheilt wird.


Hier ist die Rede von Zorn und Täuschung und Hunger

(die Stadien der Sättigung werden hier nicht besungen).

Hier ist die Rede von Fressen, Gefressenwerden

von Mühsal und Zweifel, hier ist die Chronik der Leiden.

Das Gedicht ist nicht der Ort, wo das Sterben begütigt

wo der Hunger gestillt, wo die Hoffnung verklärt wird.


Das Gedicht ist der Ort der zu Tode verwundeten Wahrheit.

Flügel! Flügel! Der Engel stürzt, die Federn

fliegen einzeln und blutig im Sturm der Geschichte!


Das Gedicht ist nicht der Ort, wo der Engel geschont wird.

- Christoph Meckel -



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Alexander Kästel selbst mit blauen Haaren.

Foto: Stefan Hillebrand

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Alexander Kästel

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Alexander Kästel arbeite u.a. mit FUJIFILM GFX100II, Hasselblad X2D und Canon R5 und Infrarotkameras, er ist CPS Platinmitglied, sowie im Vorstand des Künstlerbund Rhein-Neckar e.V.

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Seine Pronomen: er/ihn

His pronouns: he/him



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